Unfallsamaritergruppe (USG)

Aktuell

Im Dezember 2014 wurden die Einsatzstichworte durch die Notrufzentrale St.Gallen ohne Rücksprache und Vorankündigung auf die sogenannten AED-Stichworte reduziert. Der Gemeinderat hat zum gleichen Zeitpunkt diese verbleibenden Reanimationseinsätze, für die Samariter völlig überraschend, den Offiziern der Feuerwehr übertragen. Die USG hat die Einsätze 15 Jahre freiwillig und ehrenamtlich zur vollen Zufriedenheit der Patienten, ihrer Angehörigen und des Rettungsdienstes geleistet und sie spürte auch grosse Anerkennung seitens der Behörden. Trotzdem hat der Rat die USG innert 10 Tagen freigestellt und hat ohne Leistungsaufrag, mit höheren Kosten, weniger Fachkompetenz und viel geringerem Leistungsumfang die Feuerwehr als Nachfolger eingesetzt. Wir Samariter empfinden dieses Vorgehen als ungerecht und unanständig. An der Bürgerversammlung 2015 wurde durch den Gemeindepräsidenten ein Antrag unterdrückt, welcher verlangte, dass der Rat im Namen der Mehrheit der Stimmbürger bei der KNZ St.Gallen die Ausdehnung der Einsatzstichworte wie früher bewirken solle. Desgleichen wollte der Gemeindepräsident den Wunsch der Einwohner auch nicht nur konsultativ abfragen.

Fazit: Dieser Gemeinderatsbeschluss bedeutet für Muolen eine deutlich schlechtere Versorgung bei medizinischen Notfällen und entzieht der Gemeinde die grosse Erfahrung und Fachkompetenz der USG mit ihrem umfassenden Erste-Hilfe-Material.

Geschichte

In Muolen gibt es keinen Arzt und die Distanz bis zum Spital/Rettungsdienst St. Gallen beträgt 15 Kilometer. So war in der Vergangenheit während vielen Jahren Schwester Bonifazia, eine Ordensschwester, der "gute Geist" bei medizinischen Notfällen. Als das Kloster seine Aktivitäten in unserem Dorf einstellte, wurden die Samariter, im speziellen die Samariterlehrerin Claire Erne, ganz automatisch die Ansprechspersonen bei Notfällen. Auch Reto Rimle, als ihr Nachfolger wuchs in diese Rolle hinein. Die Situation befriedigte aber nicht, da sich dadurch die Alarmierung des Rettungsdienstes verzögerte und ein Helfer, nur mit seinem persönlichen Material, vielfach auch überfordert war. Zudem, - war einmal der gerufene Samariter nicht zu Hause, so erfolgte auch keine Unterstützung durch einen geschulten Ersthelfer.

Um diese Mängel auszumerzen, gründeten Raphaël Grandchamp und Reto Rimle im Jahr 2000 die Unfallsamaritergruppe USG. Die neun Mitglieder wurden mit Pagern ausgerüstet und speziell ausgerüstet und ausgebildet. Die Alarmierung erfolgt direkt durch die Kantonale Notrufzentrale - Telefon 144. Im Alarmfall wird gleeichzeitig das gesamte Erste Hilfe-Material durch ein Feuerwehrfahrzeug zum Ereignisort gebracht.

So ist jetzt gewährleistet, dass der Alarm schnellstmöglichst den Rettungsdienst und die USG erreicht. Die Ersthelfer sind nicht mehr alleine vor Ort und ihnen steht schnell das gesamte Erste Hilfe Material des Vereins zur Verfügung.

Die USG Muolen ist eine der allerersten First Responder Gruppen der Schweiz. Da der Begriff "First Responder" damals bei uns noch schlicht unbekannt war, nannten sich die Muoler Pioniere "Unfallsamaritergruppe Muolen".

Die Unfallsamariter im Einsatz mit der Feuerwehr

Die Unfallsamariter im Einsatz - hier mit der Feuerwehr...

Organisation

Die USG wird durch die Notrufzentrale St. Gallen (Tel: 144) automatisch oder auf Verlangen bei jeder nötigen Blaulichtfahrt parallel zur Ambulanz aufgeboten. Die acht, über ganz Muolen verteilt wohnhaften USG-Mitglieder rücken, über Pager alarmiert und ausgerüstet mit ihrer Einsatzbekleidung und dem persönlichen Erste-Hilfe-Material, direkt zum Unfallort aus. Sie unterstützen die Helfer vor Ort und treffen alle lebenserhaltenden Massnahmen bis zum Eintreffen der Ambulanz. Das Feuerwehrfahrzeug mit dem Ernstfallmaterial des Vereins wird durch weitere Fahrer inzwischen im Depot geholt und unverzüglich auch vor Ort gebracht.

Die Einsätze der USG erfolgen völlig unentgeltich. Sie sind eine Dienstleistung an der Muoler Bevölkerung ganz nach dem Motto "Samaritersache ist Herzenssache".

Einsatzstatistik

Die Art der Notfälle, die Namen der Patienten und die Art der Hilfeleistung behandeln wir vertraulich. Hier aber ein Einblick in die Häufigkeit der USG-Einsätze:

Jahr Einsätze
2000 6
2001 3
2002 7
2003 6
2004 12
2005 8
2006 5
2007 9
2008 16
2009 14
2010 9
2011 6
2012 12
2013 5
2014 5

Möchten Sie mehr über die "USG" erfahren, dann finden Sie umfassende Informationen in der FMS-Arbeit pdf von Katja Rimle aus dem Jahr 2006.